Ju-Jitsu

Die waffenlose Selbstsverteidigung.

Shin gi tai Symbol

Japanisches Symbol für Shin Gi Tai

Was macht man bei Jiu-Jitsu?

Ju-Jitsu, die japanische «Kunst der Sanftheit», ist eine anspruchsvolle Kampfsportart, die eine wirksame Selbstverteidigung, ein faszinierendes Bewegungsspiel und ein vielseitiges sportliches Training mit spannenden Wettkampfformen umfasst.

Sich in einer kämpferischen Auseinandersetzung nach klaren Regeln zu behaupten, fordert den Menschen als Ganzes: «Shin», entspricht einem wachen Geist und starken Willen, «Gi», der situativ verfügbaren Technik, und «Tai», einem durchtrainierten Körper.

Da sich jeder Kampf, sei es im Training, im Wettkampf oder zur Selbstverteidigung, stets in einem sozialen Kontext abspielt, werden auch die zwischenmenschlichen Fähigkeiten gefordert und gefördert. Ju-Jitsu macht Spass, steigert die Fitness und gibt Sicherheit.

Japanische Symbol für Mut

Japanisches Symbol für Mut.

Training Ju-Jitsu Kreuzlingen

Für das Training benutzen wir einen Kimono.
Wenn du keinen Kimono hast, kannst du aber auch im Trainingsanzug (T-Shirt/Kurze Trainerhosen, Barfuss) trainieren.

Unser Trainingslokal "Dojo" ist im Remisberg Schulhause in Kreuzlingen.

Ju-Jitsu ist für Jungendliche und Erwachsene geeignet und wir integrieren gerne Anfänger in unser Training.

Training:

Dienstag
20 – 21.30 Uhr Ju-Jitsu
Donnerstag
20 – 21.30 Uhr Ju-Jitsu
Freitag
19 – 20.00 Uhr Selbstverteidigung (Krav Maga)

Ausprobieren...

Komm vorbei und schau Dir unser Training an.
Wir freuen uns immer über Interessierte und zeigen Dir gerne, wie wir trainieren und was dir unser Sport bringt.

Ju-Jitsu Kreuzlingen Logo_300px

Die Geschichte vom Ju-Jitsu

Wo genau die Wurzeln des Ju-Jitsu sind, kann man heute nicht mehr sagen.

Es ist anzunehmen, dass das Jiu-Jitsu ca. 1600-1700 aus China nach Japan gebracht wurde. Zu dieser Zeit aber, gab es in Japan bereits diverse Kampfschulen.

Aber auch bei den Bauern und Mönchen war die waffenlose Selbstverteidigung weiterverbreitet, da das Waffentragen den Samurai vorbehalten war.

Ziel des Ju Jitsu ist es, einen Angreifer – ungeachtet dessen, ob er bewaffnet ist oder nicht – möglichst effizient unschädlich zu machen. Dies kann durch Schlag-, Tritt-, Stoss-, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken geschehen, indem der Angreifer unter Kontrolle gebracht oder kampfunfähig gemacht wird. Dabei soll beim Ju Jitsu nicht Kraft gegen Kraft aufgewendet werden, sondern – nach dem Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ – so viel wie möglich der Kraft des Angreifers gegen ihn selbst verwendet werden.

Deshalb zielte diese Kampftechnik ursprünglich darauf ab, den Gegner kampfunfähig zu machen oder zu töten.

Die Ausbreitung des Ju-Jitsu erfolgte vor allem im 17. Jahrhundert. 1659 soll ein Mönch namens Chen Juan Bin drei Samurai in die Technik des waffenlosen Kampfes eingewiesen haben. Fukuno Ryu, Miura Ryu und Isogai Ryu, so die Namen der drei Samurai, begannen dann jeweils eigene Schulen aufzubauen und es entwickelte sich im Laufe der Jahre ein System mehrerer Schulen, die zum Teil zusammenarbeiteten, aber auch konkurrierten. Einige Schulen pflegten aber auch weiterhin den bewaffneten Kampf. Ungefähr zu dieser Zeit soll sich der Name Ju-Jitsu etabliert haben.Über die Jahrhunderte entstanden verschiedene Schulen, wie Wa-Jutsu (Kunst der Harmonie), Yawara (erstes Ju-Jutsu), Kogu-Soku (traditionells jap. Kampfsystem), Hakuda (mit der Hand kämpfen), Shubaku (koreanischer Ringkampf) oder Kempo (Gesetz der Faust), um nur einige zu nennen.Während der Edo-Periode (1603-1868), als sich in Japan die politischen Verhältnisse stabilisierten, wurde Jiu-Jitsu zum Wettkampfsport weiterentwickelt. Die Ronin (herrenlose Samurai) bauten viele Ryu auf, und die Techniken verbreiteten sich im ganzen Land.In der Meiji-Periode (1868-1912), von der ab Samurai keine Schwerter mehr tragen durften und Fehden zwischen Adelsfamilien verboten waren, wurde diese Kampftechnik weiter etabliert.

Die weitere Entwicklung ist eng mit Kanō Jigorō verbunden, der im 19. Jahrhundert die verschiedenen Ju-Jitsu-Stile zu vereinigen versuchte und dadurch das Kōdōkan-Jūdō entwickelte. Über Japans Öffnung zum Weltmarkt hin breiteten sich beide Stile auch im Westen aus.

1882 gründete Dr. JIGORO KANO einen kleinen Dojo, den er Kodokan nannte. Das Kodokan Ju-Jitsu ist heute unter dem Namen Judo (sanfter Weg) bekannt. Judo hat sich seit der Jahrhundertwende zum Wettkampfsport entwickelt.

So durchlief die Selbstverteidigung eine enorme und erstaunliche Entwicklung. Aus dem einst alten Jiu-Jitsu wurde das neue Ju-Jitsu

Japanischer Vogel

Kyū/Dan-Graduierungssystem

Das «Kyū/Dan-Graduierungssystem» entstand in Japan gegen Ende des 17. Jahrhunderts im Spiel Go (strategisches Brettspiel). Anhand der unterschiedlichen Ränge wurde die Vorgabe für den schwächeren Spieler bestimmt.

Im 19. Jahrhundert implementierte Kanō Jigorō (Begründer des Judo) das Dan-System im Kampfsport. Etwa zur gleichen Zeit, ab 1880, wurden Kyū (im Judo) und Dan (im Kendō) verwendet. Im Judo dienten sie zur Dokumentation des Könners stufe der Schüler. Im Kendō orientierte sich die Bezahlung der Kendō-Lehrer an ihrem Dan-Grad. Seit 1895 wurden die Kyū-Grade in Anlehnung an das deutsche Schulsystem des 19. Jahrhunderts geschaffen. Die alte Klassenhierarchie (Sexta, Quinta, Quarta, Tertia, Sekunda und Prima) drückt in lateinisch nichts anderes aus als 6., 5., 4., 3., 2., 1. Klasse – denn das japanische Wort Kyū bedeutet „Klasse, Schüler“.

In der Neuzeit haben einzelne Kampfkünste die ursprüngliche Anzahl von sechs Kyū ihren Vorstellungen entsprechend angepasst.

In Abhängigkeit vom angestrebten Kyū- oder Dan-Grad werden das Prüfungsprogramm und die Wartezeit (Reifezeit) vom jeweiligen Verband oder Verein festgelegt. In der Prüfung selbst wird auf viele Teilaspekte geachtet. Dabei wird neben der dynamischen und korrekten Technikausführung auch auf Haltung, Aufmerksamkeit, Kampfgeist, Konzentration und Willen des Prüflings Wert gelegt. Für ein Bestehen werden auch weitere Werte, wie die Einstellung, das regelmässige Erscheinen beim Training, die Pünktlichkeit etc. beachtet, so dass letztendlich der Gesamteindruck entscheidet.

Prüfungsprogramme die ebenfalls von Verband zu Verband unterschiedlich sind. Der technische Anteil der Danträger (有段者, Yūdansha, wörtlich „Person mit Dan“) wird dabei freier, so dass die Prüflinge ihr Repertoire von Abwehrtechniken selbst Die Aufteilung in zehn Meistergrade ist allgemein üblich bei japanischen Kampfkunst- bzw. Kampfsportarten. Für die Meistergrad-Prüfungen (1.-5.Dan) gibt es festgelegte Kriterien und erarbeiten oder vom Verband festlegt wird.

Dabei ist in den meisten Verbänden die Prüfung zum fünften Dan die letzte technische Prüfung, die abgelegt werden kann, und weitere Graduierungen werden für aussergewöhnliche Leistungen im Verband verliehen und dafür gibt es keine Wartezeiten (das ist ein Mythos) es zählt nur die Leistung.

Dem ersten bis fünften Dan entsprechend werden schwarze Gürtel getragen, wobei zur Unterscheidung Streifen deren Anzahl dem jeweiligen Dan-Grad entspricht auf den Gurt genäht werden können. Der sechste bis achte Dan wird durch einen rotweissen Gurt sichtbar und der neunte und zehnte Dan durch einen roten Gürtel.

Speziell in Japan werden in nahezu sämtlichen Sportarten, oft neben einem offiziellen, weltweit geltenden Rangsystem, auch parallel Kyū- und Dangrade vergeben. Beispielhaft entspricht im Schach das Erreichen einer Wertungszahl von 1500 Punkten dem 1. Dan und das Erreichen einer Wertungszahl von 2650 Punkten dem 10. Dan

Einteilung der Kyu Gürtel

Die Mudansha bezeichnen die Gruppe der Farbgurte und werden in sechs Ränge (Kyū) unterschieden, die im Dankyū seido von Kanō Jigorō absteigend gezählt werden. Jeweils drei dieser Ränge werden zur Unterstufe (Gekyū), Mittelstufe (chūkyū) bzw. Oberstufe (jōkyū) der Mudansha zusammen-gefasst. Äusserlich werden die einzelnen Ränge durch verschiedenfarbige Gürtel gekennzeichnet, wobei die Annäherung an die Schwarzgurtgrade durch von Weiss nach Braun dunkler werdende Farben symbolisiert wird. Voraussetzung zum Erreichen der Ränge ist in erster Linie die technische Fertigkeit, die in den Prüfungsprogrammen genannten Grundformen und Technikfolgen in der notwendigen Qualität ausführen zu können. Darüber hinaus wird der Schüler nach und nach für die Bedeutung des geistigen Fortschritts sensibilisiert. Auf einer elementaren Ebene geschieht dies beispielsweise durch kurze Texte im Prüfungsprogramm, die den Technik Auflistungen vorangestellt sind, auf einem höheren Niveau in Gesprächen (Mondō), die die Lehrer im Anschluss an die Übungsstunden mindestens einmal wöchentlich anbieten. So erfahren die unmittelbaren (Mukyū) und mittelbaren Anfänger (Gekyū), dass sie als Bedingungen für technischen Fortschritt solche geistigen Qualitäten wie Lernbereitschaft,

Geduld und Disziplin unter Beweis stellen müssen. Den Mudansha der Mittelstufe (Chūkyū) wird das Prinzip der Unterrichtspyramide und ihre Doppelrolle als Senpai der Unterstufenschüler (Gekyū) und Kōhai der Oberstufenschüler (Jōkyū) erläutert. Sie lernen, dass Fortschritt in einer Budō-Gemeinschaft nur möglich ist, wenn man sich durch Überwindung egoistischer Tendenzen in sie einfindet und demütig, jedoch aktiv zu ihrem Fortbestehen beiträgt. Von den Jōkyū wird erwartet, dass sie sich in der Vorbereitung auf die Dan-Stufe selbstständig um Fortschritt bemühen. Dies betrifft sowohl ihre eigene technische Entwicklung, für die sie mehr und mehr Freiräume eingeräumt bekommen, als auch ihre Bereitschaft, die Unterrichtspyramide als solche nicht nur zu akzeptieren, sondern die Budō-Gemeinschaft durch eigene Initiativen mit Leben zu erfüllen.

Beginner:    

  • Mukyū - Neue Schüler ohne Kyū-Rang

Unterstufe, Schüler:

  • Gekyū - Unterstufe, Schüler mit unteren Kyū-Rängen
  1. Kyū (kukyū) Weissgurt
  2. Kyū (nanakyū)    Gelbgurt
  • Chūkyū - Mittelstufe, Schüler mit mittleren Kyū-Rängen
  1. Kyū (gokyū)       Orangegurt
  2. Kyū (sankyū) Grüngurt
  • Jōkyū - Oberstufe, Schüler mit oberen Kyū-Rängen
  1. Kyū (nikyū) Blaugurt
  2. Kyū (ikkyū) Braungurt

Der Begriff Mukyū bezeichnet einen Beginner (früher Nyūmonsha) im Training des Budō. Unter einem Lehrer (Sensei) lernt der Anfänger schnell, dass Budō mehr ist, als nur ein Sport.

Mit Gekyū bezeichnet man die Unterstufe der Kyū, die mit Prüfungen zum (Wenn der 6. Kyū (kukyū) - Weißgurt und - 5. Kyū (nanakyū)) -          Gelbgurt bestanden ist, erfahren die Beginner ('Mukyū') ihre ersten Herausforderungen an sich selbst.

Den Mudansha der Mittelstufe (Chūkyū) wird das Prinzip der Unterrichtspyramide (Kyūdan) und ihre Doppelrolle als Senpai der Unterstufenschüler (Gekyū) und Kōhai der Oberstufenschüler (Jōkyū) erläutert. Sie lernen, dass Fortschritt in einer Budō-Gemeinschaft nur möglich ist, wenn man sich durch Überwindung egoistischer Tendenzen in sie einfindet und demütig, jedoch aktiv zu ihrem Fortbestehen beiträgt.

Von den Jōkyū (Oberstufe) wird erwartet, dass sie sich in der Vorbereitung auf die Dan-Stufe selbst-ständig um Fortschritt bemühen. Dies betrifft sowohl ihre eigene technische Entwicklung, für die sie mehr und mehr Freiräume eingeräumt bekommen, als auch ihre Bereitschaft, die Unterrichtspyramide (Kyūdan) als solche nicht nur zu akzeptieren, sondern die Budō-Gemeinschaft durch eigene Initiativen mit Leben zu erfüllen.

Die Farben der einzelnen Graduierungen

WEISS

  • Der Schnee liegt auf der Landschaft.
  • Der Lehrer sieht den Schüler nicht.
  • Der Schüler sieht den Lehrer nicht.

Erst nach der ersten Prüfung ist man offiziell berechtigt, den weissen Gürtel
(oder halb gelb) zu tragen. Die Prüfung verlangt das Verstehen und Umsetzen verschiedener einfacher Techniken.

GELB

  • Der Schnee schmilzt. Die harte, gefrorene Erde leuchtet gelb.
  • Der Lehrer sieht nicht, ob der Schüler fruchtbar ist.
  • Der Schüler sieht nicht, ob aus dieser Lehre Frucht für ihn erwachsen wird.

Die zweite Stufe ist der gelbe Gürtel. Die einzelnen Grundtechniken werden weiter verbessert und oft in Kombinationen von Abwehr und Konterangriff geübt und trainiert. Das Training mit und am Partner wird intensiver.

ORANGE

  • Die fruchtbare Erde leuchtet in der roten Abendsonne.
  • Der Lehrer sieht noch keine Frucht.
  • Der Schüler keimt, kann aber noch nichts.

Orange ist die Farbe der dritten Stufe und die letzte Farbe der Grundstufe.

Der Anfänger verlässt das Stadium des puren Kopierens der Techniken vom Trainer und erlernt mit Hilfe des Trainers diese so umzusetzen, dass die Techniken seiner Körpervoraussetzung gerecht werden. Es werden neue Partnerübungen vermittelt und trainiert.

GRÜN

  • Ein Pflänzchen kommt.

  • Der Lehrer sieht, der Schüler versteht.

  • Der Schüler erkennt die Wirkung der Lehre.

Jiuka der vierten, der grünen Stufe haben inzwischen die Grundtechniken erlernt und verstehen es, diese auch korrekt auszuführen und am Partner zu demonstrieren. Erste, komplexere Kombinationen können mit dem Partner trainiert werden. Das Training wird intensiviert und Einblicke in die nächsten Schritte werden vom Trainer gewährt.

BLAU

  • Die Baumkrone reicht in den Himmel.

  • Der Lehrer sieht das Leben seines Samens.

  • Der Schüler erlebt die Tiefe der Lehre.

Die Grundlagen sind vermittelt, aber werden stetig weiter trainiert. In Verbindung mit komplexeren Kombinationen erlernt der Jiuka den korrekten und fließenden Lauf der einzelnen Techniken.

Es eröffnen sich automatisch neue Horizonte im Training. Diese Stufe ist schwerer als alle zuvor.

BRAUN

  • Der Baum hat eine feste Rinde.

  • Der Lehrer sieht den Beginn selbständigen Lernens.

  • Der Schüler sieht fest geworden den ersten Gipfel in der Ferne.

Die sechste Farbe ist braun. Diese letzte Farbstufe ist bei weitem die komplexeste Stufe. Der Jiuka muss es schaffen, die bis hier gelernten Techniken zu verstehen. Das Verständnis für alles bis dahin erlernte muss soweit wachsen, dass der Jiuka dieses auch weitergeben kann. Häufig sollte man in dieser Stufe auch die Möglichkeit ergreifen, Trainingsstunden in den Unterstufen zu geben. Eine der schwierigsten Aufgaben ist es zu erlernen, die Grundtechniken im Freikampf anzuwenden.

Die Meistergrade

Die Meister (Sensei) Grade: Schwarz   

Das Wandeln in der Stille.

Der erste Schritt ist geschafft und der Weg in die Meisterränge ist entscheidend kürzer geworden. Meistens dauert der Weg vom ersten Training bis hin zum ersten schwarzen Gürtel, der Shodan, zwischen 8 und 12 Jahren. Während zu Beginn des Trainings der schwarze Gürtel oft als ultimatives Ziel angesehen wird, so lernt man auf dem Weg dahin, dass dieser gerade mal den ersten Schritt auf dem Weg zum Meister ist. Der Weg ist das Ziel, nicht der Gürtel. Spätestens mit Erreichen des Shodan sollte ein Jiuka, Jiu-Jitsu als Weg erkannt haben.

Shodan wörtlich Anfangsgrad, die übrigen enthalten das entsprechende Zahlwort als Vorsilbe und heissen damit Zweiter Grad, Dritter Grad usw.

Die Aufteilung in zehn Meistergrade ist im Allgemeinen üblich bei japanischen Kampfkunst- bzw. Kampfsportarten. Für die Meistergrad-Prüfungen gibt es festgelegte Kriterien und Prüfungsprogramme ebenfalls von Verband zu Verband unterschiedlich. Der technische Anteil wird dabei freier, so dass die Prüflinge ihre Programme selbst erarbeiten müssen.

Dabei ist in den meisten Verbänden die Prüfung zum fünften Dan die letzte technische Prüfung, die abgelegt werden kann und weitere Graduierungen werden für aussergewöhnliche Leistungen im bzw. für den Verband verliehen.

Dem ersten bis fünften Dan entsprechend werden schwarze Gürtel getragen, wobei zur Unterscheidung Streifen deren Anzahl dem jeweiligen Dan-Grad entspricht auf den Gurt genäht werden können. Der sechste bis achte Dan wird durch einen rotweissen Gurt sichtbar und der neunte und zehnte Dan durch einen roten Gürtel.

Yūdansha (technischer Meistergrad)

 

Der Krieger = die technischen Dangrade vom 1. Shodan bis zum 4. Yondan, entspricht der Ha-Form (Stufe) = Formfreiheit des Weges.

Zur technischen Perfektion übt sich der Yudansha mit geistiger Voraussetzung (Shin) und der richtigen Haltung (Shi-sei) den Forderungen des Weges entsprechend gerecht zu werden.

Grad des Suchenden nach dem Weg

Hier beginnt der Weg des Budos, und dies ist nicht mit der Meisterschaft in einer Budo-Disziplin zu verwechseln. Dieser Grad berechtigt zum Tragen des schwarzen Gürtels und ist der erste Meistergrad. Man nennt ihn auch Grad des Suchenden.

 

"Der Schüler auf der Suche nach dem Weg"

Sho = klein, Dan = Grad „Der suchende Schüler nach dem Weg“ Dieser Dan-Grad ist derjenige, der als „Suchender nach dem Weg“ bezeichnet wird. Er hat in mehrjähriger Praxis sein in der inneren Haltung sichtbar gewordenes Potential entwickelt, und er erkennt zunehmend, dass hinter der körperlichen Übung ein Weg zu Höherem als der reinen Beherrschung der Technik steht. Aber er ist doch noch ein „Suchender“, weil er nur Vorahnungen von all dem haben kann. Sein Interesse, in der Verbindung von Geist und Technik eine Herausforderung zu sehen, seine Bereitschaft, sich auf mehr einzulassen, zeichnen den ersten Schwarzgurt aus. Dennoch besteht gerade jetzt die Gefahr, dass sein Geist sich ausruht und zufrieden ist, mit dem, was er glaubt, schon erreicht zu haben.

Allgemeine Anforderungen an den SHODAN:

Dieses Niveau erfordert, dass alle grundlegenden Körperbewegungen und Techniken, mit erhöhter Kraft und korrekter Anwendung bei Grundkombinationen angewendet werden können.

 

Grad des Schülers am Anfang des Weges

Der Schüler steht noch am Anfang des Weges und hat nun die Bedingungen des Weges durch seine rechte Haltung verstanden. Er hat sich noch nicht endgültig entschlossen, den Weg mit all seinen Hindernissen zu gehen, weiss aber, worauf es ankommt.

 

"Der Schüler am Anfang des Weges"

 

Dieser Dan-Grad wird als der Grad des "Schülers am Anfang des Weges" verstanden. Er weiss bereits mehr, worauf es ankommt und seine innere Haltung bezeugt dies. Seine intensive Jiu-Jitsu-Praxis und sein Studium des Weges befähigen ihn, über den vordergründigen Kampfsport-Kontext im Dojo hinaus die Kunst des Jiu-Jitsu zu verstehen, sogar zunehmend auf weitere Lebenssituationen zu übertragen. Am Anfang des Weges angelangt, erkennt er, was auf ihn wartet, aber er weiss auch, wie schwer es noch wird. Der 2. Dan läuft Gefahr, diesen Anforderungen auszuweichen, sich nicht mehr als Schüler zu begreifen und sein Verständnis zu überschätzen. Auch mag ihn sein gutes technisches Können verleiten, sich zu profilieren. Wenn er diese Hürde nicht nimmt, vergibt er sich damit die Chance, wirklich weiterzukommen.

 

Allgemeine Anforderungen an den NIDAN:

Diese Stufe erfordert die persönliche Integration / Aufnahme und Ausübung aller grundlegenden Körperbewegungen und Techniken in solche eine Grade, dass deren Anwendung in Übereinstimmung mit der Körperveranlagung des einzelnen Individuums geschieht.

 

Grad des anerkannten Schülers

Grad des anerkannten Weg-Schülers. Er hat sich nun entschlossen, den Weg der Kampfkunst, die er übt bis an sein Lebensende zu gehen. Der Meister erkennt ihn nun als wahrhaftigen Weg-Schüler an. Hier beginnt der Eintritt in die Ha-Form. Man erkennt den wahren Sandan an seiner Haltung in all seinen Handlungen, und nicht nur an seinem technischen Fortschritt.

"Der anerkannte Schüler"

 

Dieser Dan Grad ist der Grad des "anerkannten Schülers" und bezeugt die Stufe, auf der der Schüler nun unwiderruflich fest entschlossen ist, den Weg bis ans Lebensende zu gehen. Erst jetzt gibt es keine unüberwindbaren Hürden mehr und nichts, das ihn von seinem weiteren Weg abbringen könnte. Seine Treue gegenüber dem Stil (Ryu), dem Weg (Do), der Schule (Dojo) und dem Lehrer (Sensei) haben Kopf, Herz und Hand gleichermassen gestärkt.

Jiu-Jitsu ist ein wesentlicher Teil und alles durchdringender Aspekt seines Lebens geworden. Immer mehr und immer häufiger beginnt er auch, den Meister, der in ihm selber steckt, zu spüren, zum Vorschein zu bringen. Nicht nur seine technische Experten Schaft, sein Wissen und echtes Verstehen, sondern vor allem seine innere Haltung befähigt ihn, eine gewisse Unabhängigkeit und Freiheit, vielleicht sogar eine persönliche Interpretation zu entwickeln.

 

Allgemeine Anforderungen an den SANDAN:

Hat sich die Kenntnisse aller grundlegenden Körperbewegungen angeeignet. Diese Kenntnisse müssen in der Anwendung von Techniken unter verschiedenen Umständen und Bedingungen bewiesen werden.

Grad des technischen Experten

Grad des technischen Experten-Kriegers. Er hat nun die technischen und körperlichen Grenzen erreicht und weiss nun, dass er sich auf einer anderen Ebene des Budo-Weges neuen Herausforderungen stellen muss. Der Yondan identifiziert sich nun vollkommen mit der Kunst, die er seit Jahren übt, indem er die Budo-Philosophie und die Budo-Technik miteinander so verbindet, dass er nun in der Lage ist, Fortschritte in der inneren Perfektion zu suchen und zu finden. Der Yondan ist die Vorstufe zur wahren Meisterschaft. Nun steht er vor dem Tor zur echten Budo-Meister. Dieser Dan-Grad ist nun endlich der Grad des „technischen Experten“. Aber darüber hinaus ist Jiu-Jitsu nun für ihn eine Religion, ein Lebensprinzip geworden. Er identifiziert sich völlig mit dem Weg. Er hat die Theorie und die Praxis des Jiu-Jitsu verinnerlicht, er lebt danach. Er ist in jeder Hinsicht kompetent, glaubwürdig und vorbildlich. Von nun an hat er nicht nur Autorität, sondern er ist Autorität.

"Grad des technischen Experten"

 

Allgemeine Anforderungen an den YONDAN:

Besitzt hervorragende Kenntnisse der wichtigsten Körperbewegungen und Techniken und deren Anwendung in solch einem Grade, dass die Fähigkeit, andere zu unterrichten, erreicht wurde.

 

 

Grad des Wissens
Renshi (ausgefeilter Experte)

Mensch mit reifem Bewusstsein. Dieser Grad kann frühestens im Alter von 50 Jahren erreicht werden und setzt nicht nur eine entsprechende Budo-Erfahrung, sondern auch Lebenserfahrung voraus. 5. Dan (Godan) und 6. Dan (Rokudan)

"Grade des Wissens"

 

Diese Dan-Grade zeugen von einem hohen Mass an Wissen, Lebenserfahrung, Gefühl und innerer Haltung. Im traditionellen Jiu-Jitsu ist dies nun ein Lebensprinzip geworden. Der "Kodansha" ist nun nicht mehr "Schüler" er ist nun ein wahrer Meister und identifiziert sich völlig mit dem Weg.

 

Er hat Theorie und Praxis des Jiu-Jitsu vollumfänglich verinnerlicht und ist bestrebt auch im Alltag nach diesen Prinzipien zu leben. Er ist in jeder Hinsicht kompetent, glaubwürdig und vorbildlich und kennt die philosophischen Aspekte des traditionellen Jiu-Jitsu. Von nun an ist er eine bedeutende Autorität. Er ist nun ein "Jiu-Jitsu-Meister" mit Herz, Geist, Seele.

 

Allgemeine Anforderungen an den GODAN:

Forschung wurde auf einem begrenzten Gebiet vollendet. Diese Forschung beinhaltet die Anwendung in einer Weise, dass sie auch anwendbar auf den speziellen Körperbau des Individuums ist.

Die Gross Meistergrade

In den meisten „gürteltragenden“ Kampfkünsten werden die „Schwarzgurte“ (1. bis 5. Dan) aufgrund technischer Prüfungen verliehen.

In vielen Kampfkünsten gelten die höheren Grade der Gross Meiste auch als „geistige“ Meister, bei der der Träger eines entsprechenden Dan beginnt, die intellektuellen Hintergründe, Werte und Einsichten, die ein Kampfsport bzw. eine Kampfkunst vermittelt, zu verinnerlichen.

Ein niedriger Dan-Grad wird in jüngeren Budō-Systemen mit dem Tragen eines schwarzen Gürtels kenntlich gemacht. Die höheren Dan-Grade werden entweder ebenfalls mit einem schwarzen (jap. 黒帯, Kuro Obi), oder auch mit einem rot-weißen (jap. 紅白帯, Kohaku Obi), gekennzeichnet. Letzteres begründet sich in der asiatischen Philosophie und soll symbolisieren, dass die Schüler- und Meistergrade einen geschlossenen Kreis, eine Harmonie bilden.

Die Verleihung von Dan-Gradierungen ehrenhalber wird in allen Budō-Disziplinen und Verbänden unterschiedlich gehandhabt.

Im Vordergrund steht die Ehrung der Arbeit des Betreffenden zugunsten der jeweiligen Disziplin, unabhängig wann er denn letzten Gurt (rotweissen jap. 紅白帯, Kohaku Obi) erhalten hat in der Regel minimal 2 Jahre zum letzten Gurt, des zugrundeliegenden Lehrsystems oder auch dessen sportliche Leistungen die er vollbracht hat für seinen Verband. (Kodokan)

Was man nicht vergessen darf es sind Lehrer und auch der Methodische und Didaktische Hintergrund muss beachtet werden, genauso die diplomatische verhalten innerhalb des Verband und ausserhalb des Verbandes ist er sehr wichtig bei der Beurteilung beim nächsten Gurt und deshalb braucht es keine Wartezeit in dieser auf Stufe.

Grad des Wissens (wird verliehen)
Kyoshi (Lehrer des Budo)


6. Dan 12 rote Felder


Dan (Rokudan) „Kokoro – Grade des Wissens“ freie Lehrer-Schüler-Beziehung, Bewusstwerdung, Klarheit, Selbsterkenntnis und Harmonie. Es gilt immer noch nach wie vor, sich in allen Budo – Angelegenheiten wie zuvor zu bemühen. Das betrifft sowohl die körperliche Übung wie auch die geistige Übung. „Steter Tropfen höhlt den Stein“.

Allgemeine Anforderungen an den ROKUDAN:

Hat in einem Gebiet die Forschung so vollendet, dass dadurch ein allgemeiner Nutzen abgeleitet werden kann.

Grad der Reife (wird verliehen)
Kyoshi (Lehrer des Budo)


7. Dan = 14 rote Felder


Dan (Nanadan) „Bekennung zum Leben“, Überwindung von Tod, Zustand des Nicht-Bewegens, Reife, geistige Klarheit in den kosmischen und menschlichen Angelegenheiten. Es ist dem Kyoshi klar, dass er auch die körperliche Übung nicht allein durch die geistige Übung ersetzen kann und übt daher immer noch täglich alle Techniken seines Systems. Eintritt im die Ri-Form = Transzendenz im Wesen.

Allgemeine Anforderungen an den NANADAN:

Muss fortgeschrittene Forschung durch wirkliche Anwendung und beträchtliche Erfahrung der allgemein zu erforschenden Technik betrieben haben.

Grad der Reife (wird verliehen)
Kyoshi (Lehrer des Budo)


8.Dn = 16 rote Felder


8. Dan (Hachidan) „Wer rastet, der rostet“. Auch der Hachidan weiß um die technische Übung bis ins hohe Alter. Im Budo gibt es kein vorzeitiges Pensionsrecht oder Ruhestand, denn die Übung geht bis ins hohe Alter, ja bis zum Lebensende.

 

Allgemeine Anforderungen an den HACHIDAN:

Forschung vollendet auf ein zuvor unbekanntes Gebiet.

Grad der Reife (wird verliehen)
Hanshi (Meister des Budo)


9. Dan (Kudan) Für den Hanshi sind all sein Verhalten und seine Handlungen, Ausdruck von Einklang zwischen Innen und Außen und in Harmonie mit den kosmischen Kräften. Er hat das Satori gemeistert und öffnet jenen das Tor zu den Budo-Geheimnissen, die über jede Form der Technik hinausgewachsen sind.

 

Allgemeine Anforderungen an den KUDAN:

Dieses Niveau verlangt nach langem Zeitraum in individueller Leistung, Forschung und Technik. Diese Hingabe muss in der höchsten und außergewöhnlichsten Art von Vollendung und -entwicklung gipfeln. Weiterhin muss dieses angehäufte Wissen zum allgemeinen Dienst der Entwicklung des Jiu-Jitsu benutzt worden sein.

Grad der Reife (wird verliehen)
Hanshi (Meister des Budo)


10 .Dan (Judan) Vorstand des jeweiligen Stils. Diese Graduierung ist frühestens ab einem Lebensalter von 70 Jahren möglich. Die letzte Transzendenz! ishin - denshin = "von Herz zu Herz"

 

Allgemeine Anforderungen an den JUDAN:

Dies ist die Stufe, bei dem sich die individuelle Person letztlich dem höchsten Ideal der Budo-Entwicklung genähert hat, die durch dauerhaftes Üben und Streben nach Wahrheit erreicht wurde und die nur im höchsten möglichen Grad der menschlichen Vorzüglichkeit zu finden ist.

 

Judo - Hall of Fame

"Die Träger des 10. Dan im Judo - Judan"

Bis heute wurde nur 15 Judoka die Ehre zuteil vom Kodokan den 10. Dan verliehen zu bekommen, vielen von ihnen postum. Neben diesen internationalen Verbänden haben auch einige nationale Judoverbände besonders auszeichnungswürdigen Judoka ebenfalls den 10. Dan verliehen.

 

Zumindest im Jiu-Jitsu, ist der Weg hier zu Ende. Eine höhere Graduierung als zum 10. Dan ist nicht möglich! Lediglich Verstorbenen kann posthum der 11. Dan verliehen werden. Professor Jigorō Kano, dem Begründer des Judo, hat man nach seinem Tode den 11. Dan verliehen. Der 12. Dan ist für Menschen nicht erreichbar. Der Geist, die Idee des Budo-Sports soll den 12. Dan tragen. Der weiße Gürtel des 11. und 12. Dan weist darauf hin, dass auch der größte Meister immer doch "nur" ein Schüler ist.